Projekt
ModuLeiT - Entwicklung einer Entwurfsrichtlinie für modulare, haptische und optische Bodenindikatoren für Blindenleitsysteme und RFID-basierte Navigationssysteme für Innenräume auf Basis textiler Bodenbeläge
Projekt ModuLeiT erfolgreich beendet
Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit für sehgeschädigte Menschen: Das TFI und die TH Mittelhessen haben Teppichfliesen entwickelt, die Orientierung durch fühlbare und sichtbare Kontraste sowie RFID-Technologie unterstützen. Hersteller textiler Bodenbeläge profitieren dabei von einer praxisnahen Entwurfsrichtlinie, die die Integration barrierefreier Fliesen in bestehende Kollektionen erleichtert und neue Marktpotenziale erschließt.
Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung einer Entwurfsrichtlinie für ein Leit- und Informationssystem für Innenräume, welches aus textilen Bodenindikatoren mit integrierten RFID-Tags und einem darauf basierenden Navigationssystem besteht.
Dazu wurden in Zusammenarbeit mit Betroffenen sowie Unternehmen aus dem projektbegleitenden Ausschuss Anforderungsprofile für das Leit- und Informationssystem erarbeitet. Auf dieser Grundlage wurden Bodenindikatoren für den Innenbereich auf Basis der Tuftingtechnologie entwickelt, die vielfältige Struktur- und Farbmusterungsmöglichkeiten bietet. Für einen vielseitigen Einsatzbereich bestehen die dreidimensionalen textilen Bodenindikatoren mit taktilen und visuellen Kontrasten aus modularen Teppichfliesen, die mit dem Blindenstock zu erfassen sind. Für das Navigationssystem im Innenraum wurden RFID-Tags als Bestandteil eines RFID-Systems in die Teppichfliesen integriert. Das System wird über eine Schnittstelle mit dem BIM-Gebäudeinformationsmodell verknüpft. Auf dieser Basis wurde eine Navigationsapp zur Ausgabe auf mobilen Endgeräten entwickelt, die barrierefrei in Echtzeit durch das Gebäude navigieren kann. In diesem Zusammenhang wurden Gestaltungsrichtlinien, Anforderungen und Prüfungen zur Praxistauglichkeit des Systems entwickelt. Das System wurde mit einem Demonstrator durch einen Praxistest mit sehgeschädigten Menschen validiert.
Zur Inklusion von sehgeschädigten Menschen ist ein Blindenleitsystem auf der Basis von Bodenindikatoren in öffentlichen Bereichen eine Voraussetzung. Besonders problematisch ist die Orientierung in fremden Gebäuden. Während die Bodenindikatoren im Außenbereich mittlerweile Standard sind, werden sie im Innenbereich aufgrund von mangelhafter Ästhetik kaum eingesetzt.
Von den Entwicklungen in diesem Projekt profitieren neben sehgeschädigten Menschen, KMU aus den Bereichen der textilen Bodenbeläge, RFID-Technik, Bauindustrie und App-Entwicklung. Durch die Ergebnisse des Projektes entstehen für die Unternehmen neue Geschäftsfelder.
Der Schlussbericht zum Projekt ist auf Anfrage als Download erhältlich.

Projektpartner und/oder weitere Forschungsstellen
FS 2: Technische Hochschule Mittelhessen – Fachbereich Bau
Projektpartner:
- ARFIDEX GmbH
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
- Emco Bautechnik GmbH
- Faber & Schnepp Hoch- und Tiefbau GmbH
- Fachhandelsring GmbH
- F.D. Beissel Fußbodentechnik GmbH
- F.H. Papenmeier GmbH & Co. KG
- Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V.
- Halbmond Teppichwerke GmbH
- Microsensys GmbH
- Object Carpet GmbH
- Smart-TEC GmbH & Co. KG
- Softplan Informatik GmbH
- Tagitron GmbH
- Tisca Tischhauser AG
- Wilmsmeier Solutions
Danksagung
Das IGF-Projekt „Entwicklung einer Gestaltungsrichtlinie für modulare, haptische und optische Bodenindikatoren für Blindenleitsysteme und RFID-basierte Navigationssysteme für Innenräume auf Basis von textilen Bodenbelägen (ModuLeiT)“ der Forschungsgemeinschaft Textil e. V., Wallstraße 58/59, 10179 Berlin, wurde im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
