Projekt
C2R – Choose to Reuse
Choose2Reuse (C2R) verfolgt das Ziel, in der Maas-Rhein-Region ein dauerhaftes, grenzüberschreitendes Ökosystem für kreislauffähiges Bauen zu etablieren. Durch die Entwicklung digitaler Werkzeuge, abgestimmter Qualitätsstandards und praktischer Pilotprojekte soll die Wiederverwendung von Baumaterialien deutlich erleichtert werden. Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, Bauteile effizient zu identifizieren, fachgerecht auszubauen und rechtssicher erneut zu nutzen. Damit trägt C2R entscheidend dazu bei, Ressourcen zu schonen, Abfälle zu reduzieren und den Wandel hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Bausektor voranzutreiben. Obwohl die Städte Aachen, Maastricht und Lüttich geografisch eng miteinander verbunden sind, existieren erhebliche Hindernisse für die Wiederverwendung von Bauteilen über die Landesgrenzen hinweg. Die zentralen Probleme liegen in den unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben und nationalen Normen, die den Austausch von Materialien massiv erschweren. Abfallrechtliche Einstufungen, Fragen der Produkthaftung, Dokumentationspflichten sowie technische Standards variieren stark zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden. Dadurch ist es selbst auf kurzer Distanz kaum möglich, Bauteile aus einem Rückbauprojekt im benachbarten Land weiterzuverwenden.
Diese fragmentierte Ausgangssituation führt dazu, dass wertvolle Materialien ungenutzt bleiben und Potenziale für regionale Materialkreisläufe weitgehend unerschlossen bleiben.
C2R adressiert diese Herausforderungen durch einen integrierten, grenzüberschreitenden Ansatz. Im Zentrum steht die Entwicklung einer digitalen Marktplattform, die bestehende Webshops und Inventarsysteme bündelt und Materialinformationen transparent verfügbar macht. Ergänzend werden in jedem der drei Länder Pilotprojekte durchgeführt, die den gesamten Prozess von der Inventarisierung über das Pre-Demolition Audit bis zur Wiederverwendung praktisch erproben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung harmonisierter Qualitäts- und Prüfstandards, die eine verlässliche Bewertung und rechtssichere Nutzung von Second-Life-Bauteilen ermöglichen. Ein begleitendes Gutschein-System unterstützt Unternehmen bei Schulungen, Beratungen und der technischen Anbindung an die Plattform. Durch diesen kombinierten Ansatz entsteht eine belastbare Grundlage für funktionierende Materialkreisläufe in der Maas-Rhein-Region.

Projektpartner und/oder weitere Forschungsstellen
Concular GmbH (DE)
Das Europäische Zentrum für zirkuläres Bauen und Transformation – ECCBT (NL)
Block Materials (NL)
Legos Demolition (BE)
Universität Lüttich (BE),
Retritech (BE)
Interact (BE)
Danksagung
Wir bedanken uns bei Interreg Euregio Mass-Rhein für die Projektförderung.
